Räume öffnen, Dialoge ermöglichen
  • Seminarnummer: 62/17/18
  • Von 29. Jun 2018 17:00 bis 8. Jul 2018 13:00
  • Evangelisches Bildungszentrum Bad Bederkesa

Sommerwerkstätten

Im Kontakt sein mit sich selbst und anderen Menschen, den Alltag ›verrücken‹, Lebensfreude spüren, eins sein mit dem eigenen Tun, Neues erleben und sich ausprobieren, Fertigkeiten erweitern, ›aus dem Vollen schöpfen‹ und ohne Druck kreativ und erfinderisch sein; Rhythmus und Bewegung, singen, schreiben, fotografieren und gestalten – das alles ist während der zehntägigen Sommerwerkstatt möglich. Die folgenden fünf parallelen Werkstätten werden angeboten – zudem gibt es werkstattübergreifende und verknüpfende Angebote.

 

STOMP!
Rhythmus pur mit Hand und Fuß

Die Rhythmus-Gruppe ›STOMP‹ ist mit ihrer furiosen Show weltberühmt geworden. Allein mit Rhythmus, Bewegung und Alltagsgegenständen hat sie eine einzigartige Show aus Musik, Tanz und Theater entwickelt.

In dieser Werkstatt werden wir ›STOMP‹ selbst erleben. Wir klatschen und stampfen (stompen) zunächst einfache Rhythmen. Aufbauend auf Bodypercussion, einer unserer ursprünglichsten musikalischen Ausdrucksform, wird nach und nach der ganze Körper zum Instrument.

Die kreativen Möglichkeiten, mit Klangmaterialien und Bewegungschoreographien umzugehen, laden ein zum freudvollen Experimentieren, denn ›STOMP‹ lebt von der Improvisation und Interaktion, vor allem aber vom Groove.

Wir tauchen ein in skurrile Klangwelten, die der Alltag bereit hält: Mit Tüten, Flaschen, Eimern oder Bällen werden spielerisch kleine Percussionstücke entwickelt und zu ungewöhnlichen Szenen zusammengefügt. Es wird getrommelt, geklappert, geknistert und geknallt – let’s move and groove!

Barbara von Knobelsdorff,
Diplom-Rhythmikerin

 

 

Lebensspuren
Experimentelle Fotografie

Lachfältchen im Gesicht können ebenso wie Rost auf Metall oder Schneidespuren im Brotbrett Zeugnisse von Vergangenem sein. Mit fokussiertem Blick und unserer Kamera begeben wir uns auf eine anregende Entdeckungsreise. Wir suchen Spuren, die etwas erzählen – von vergangener Zeit, vom Leben und Ereignissen oder auch Spuren, die ein besonderes ästhetisches Bild offenbaren.

Sowohl drinnen als auch draußen werden wir nach ausdrucksstarken Motiven suchen und lernen, so auch mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen umzugehen.

Theorie und Praxis der Fotografie finden in einem ausgewogenen Wechsel statt. Kleine Aufgabenstellungen begleiten durch den Tag. Die entstandenen Bilder werden in der Gruppe vorgestellt und ausgewertet. Die Bearbeitung der Bilder am Computer ist einbezogen.

Eine eigene Kamera und möglichst ein Laptop sollten vorhanden sein.

Hervé Maillet,
Fotograf und Fotodesigner

Farbspuren
Experimentelle Techniken

In dieser Werkstatt entstehen Bilder, die vom Zusammenspiel verschiedener Techniken und Materialien leben. Die Teilnehmenden sind eingeladen, unterschiedliche künstlerische Techniken gestalterisch einzusetzen. Ob Acryl- oder Tempera-Malerei, Mischtechniken, Monotopyen oder Streubilder, jede Technik hat ihre spezifischen Vorzüge und erzielt eine andere Wirkung.

Nach einer Einführung in die jeweilige Arbeitsweise wird auch der Zufall mit einbezogen. Aus dem momentanen Erleben heraus entstehen Ideen, und es zeigt sich der nächste Schritt. Künstlerische Arbeitsweisen kennen keine ›richtigen‹ Lösungen. Jeder Zufall hat Folgen, fordert Entscheidungen, zeigt Spuren und ist oft Impuls für Neues. Die Möglichkeit zu experimentieren und spielerisch in den Gestaltungsprozess einzutauchen, unterstützt die schöpferische Fantasie, die Ausdruckskraft und den Genuss.

Ziel ist, einen Weg zur individuellen künstlerischen Ausdrucksweise und zu eigenständigen Gestaltungsideen zu finden und diese konsequent bildnerisch umzusetzen.

Vorkenntnisse sind gern gesehen, jedoch nicht erforderlich.

Matthias Kopka,
Maler, Grafiker, Bildhauer, mehrfacher Kunstpreisträger

»Zwei Personen stecken in einem Maler – der Poet und der Handwerker.« (Emile Zola)

Klangspuren
Singwerkstatt

Singen tut gut. Singen berührt den ganzen Menschen, Singen belebt, entspannt und beglückt Körper, Geist und Seele. Beim Singen im Chor kann diese Beglückung gemeinsam erfahren werden. Die Stimmen verbinden sich, Harmonien entstehen, die eigene Stimme wird getragen vom Fluss der Klänge, dessen Spuren wir folgen werden.

Mit körperlicher Lockerung und Entspannung, mit Übungen für Atmung und Gehör sowie einem fundierten Aufwärmen der Stimme beginnt der Tag. Wir singen Kanons, ein- oder mehrstimmige Gesänge aus aller Welt und Chorlieder quer durch die Musikgeschichte von Renaissance bis Pop. Bekannte Melodien stehen neben ungewohnten Klängen, Neues wechselt sich ab mit (inzwischen) Vertrautem, wir improvisieren und experimentieren. Das intensive Musikerlebnis in der Gruppe wird zum ständigen Begleiter.

Ergänzend wird allen Teilnehmenden ein (je nach Größe der Gruppe) 20- bis 30-minütiges stimmbildnerisches Einzelcoaching angeboten.

Das musikalische Programm orientiert sich an der Zusammensetzung und, soweit möglich, den Vorlieben und Wünschen der Gruppe. Musikalische Vorkenntnisse oder Chorerfahrung sind willkommen, werden aber nicht vorausgesetzt. Anfänger/innen wie Fortgeschrittene sind gleichermaßen willkommen, Vorschläge der Teilnehmenden für das Repertoire dieser Woche ebenso.

Christian Höffling,
Chorleiter

»Worte sind reife Granatäpfel…
Schreibwerkstatt

…sie fallen zur Erde und öffnen sich« (Hilde Domin).

Mit Worten und Ideen spielen, sich vom Bild des Granatapfels inspirieren lassen: Von seiner Reife, seinem Purpur-Rot, seinen saftigen, süß-herben Kernen – und sich dann vom eigenen Wortschatz überraschen lassen. Methoden des kreativen Schreibens beflügeln die Fantasie und helfen, sinnlicher und konkreter zu formulieren. Beispiele aus der Literatur geben Impulse für eine lyrische Miniatur, ein Prosagedicht, ein Haiku, ein Senryu oder biografische Skizzen.

Entspannungs- und Atemübungen, bei gutem Wetter auch im Freien, wecken die Sinne, beleben den Körper und lösen gedankliche Blockaden. Ausreichend Zeit für das Feilen am Text steht zur Verfügung.

Die Schreibgruppe ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs, der Ermutigung. Vorlesen und Zuhören (auch in kleinen Gruppen) können als ergänzende und bereichernde Bestandteile erfahren werden. Feedback wird, falls gewünscht, gegeben. Dem inneren Zensor kann mit Augenzwinkern begegnet werden durch Vertrauen, Achtsamkeit und Humor in der Gruppe.

Ziel ist, den spielerischen Umgang mit Texten zu fördern, fantasie- und humorvoll Erdachtes sprachlich zu formen und zu verdichten.

Alle, die Freude am Schreiben haben und wissen möchten, wie ihre Texte wirken, sind willkommen.

Senta Bonneval,
Schauspielerin, Leiterin von Schreibwerkstätten

 

Kostenbeiträge (s.u.) zuzüglich Materialkosten nach Verbrauch

 

 

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Seminarleitung:
Renate Büge

Pädagogische Verantwortung:
Renate Büge