Räume öffnen, Dialoge ermöglichen
  • Seminarnummer: 62/08/21
  • Von 23. Jul 2021 17:00 bis 1. Aug 2021 13:00
  • Evangelisches Bildungszentrum Bad Bederkesa

Sommerwerkstätten

Im Kontakt sein mit sich selbst und anderen Menschen, den Alltag ›verrücken‹, Lebensfreude spüren, eins sein mit dem eigenen Tun, Neues erleben und sich ausprobieren, Fertigkeiten erweitern, ›aus dem Vollen schöpfen‹ und ohne Druck kreativ und erfinderisch sein; Rhythmus und Bewegung, singen, schreiben, fotografieren und gestalten – das alles ist während der zehntägigen Sommerwerkstatt möglich. Die folgenden fünf parallelen Werkstätten werden angeboten – zudem gibt es werkstattübergreifende und verknüpfende Angebote.

Still Life

Experimentelle Fotografie

In der Kunstgeschichte spricht man von einem Stillleben, wenn (kleinere) Gegenstände nach inhaltlichen und ästhetischen Gesichtspunkten arrangiert werden. Auch in der künstlerischen Fotografie existiert diese Stilrichtung. Anders als in der rein technischen Sachfotografie – wie z.B. in der Werbung – werden dabei Objekte arrangiert, um etwas zu erzählen. Dinge sagen etwas über uns aus: Dinge, die wir benutzen und besitzen, Dinge, die wir wegwerfen oder behalten.

In diesem Seminar werden wir uns von der Möglichkeit inspirieren lassen, anhand von Gegenständen komplexe oder rätselhafte Geschichten zu erzählen. Auch durch gezielt gesetztes Licht oder die Gestaltung des Hintergrunds werden die leblosen Dinge durchaus lebendig. Der gewählte Blickwinkel verwandelt den Ausdruck. Es kann an der Farbzusammenstellung gefeilt und mit Licht und Schatten ebenso gespielt werden wie mit entschieden gesetzten Schärfen oder Unschärfen.

Theoretische Einführungen und die Praxis der Fotografie ergänzen sich. Kleine Aufgabenstellungen begleiten durch den Tag. Die entstandenen Bilder werden in der Gruppe vorgestellt und besprochen. Eine Bearbeitung der Fotos am Computer ist einbezogen. Eine eigene Kamera, möglichst auch ein Laptop, sollten vorhanden sein.

Hervé Maillet, Fotograf und Fotodesigner.

Zwischen Himmel und Erde

Singwerkstatt

Gesang entspannt, belebt und beglückt. Wer singt, gönnt sich eine Wohltat an Körper, Geist und Seele. Und ein besonders intensives emotionales und verbindendes Erlebnis ist das Singen in der Gemeinschaft. Mit körperlicher Lockerung und Entspannung, mit Übungen für Atmung und Gehör sowie einem fundierten Aufwärmen der Stimme beginnt der Tag. Das Repertoire umfasst Kanons, ein- oder mehrstimmige Gesänge aus aller Welt und Chorlieder quer durch die Epochen und Stile von Renaissance und Klassik bis Folk, Pop und Rock. Bekannte Melodien stehen neben ungewohnten Klängen, Neues wechselt sich ab mit (inzwischen) Vertrautem, auch Improvisationen und andere Formen musikalischen Experimentierens sind möglich. Ergänzend wird allen Teilnehmenden ein stimmbildnerisches Einzelcoaching angeboten.

Das musikalische Programm orientiert sich an der Zusammensetzung und (soweit möglich) den Vorlieben und Wünschen der Gruppe. Musikalische Vorkenntnisse oder Chorerfahrung sind nützlich, werden aber nicht vorausgesetzt. Anfänger/innen wie Fortgeschrittene sind gleichermaßen willkommen, Vorschläge der Teilnehmenden für das Repertoire dieser Woche ebenso.

Christian Höffling, Chorleiter.

Farbenspiel

Experimentelle Malerei

In dieser Werkstatt entstehen Bilder, die vom Zusammenspiel verschiedener Techniken und Materialien leben. Die Teilnehmenden sind eingeladen, unterschiedliche künstlerische Mittel gestalterisch einzusetzen. Die Verwendungsmöglichkeiten und Wirkungsweisen von Farben stehen im Mittelpunkt. Der Farbausdruck beeinflusst entscheidend die Stimmung des Bildes.

Vermittelt wird Grundwissen zu Farbwerten und Wirkungsweisen eines zurückhaltenden bzw. großzügigen Farbauftrages. Durch Mischung entstehen frische, lebendige oder leichte und schwere Farben, unterschiedlichste Farbtypen fügen sich zu einer Ganzheit. Die Möglichkeit, zu experimentieren und spielerisch in den Gestaltungsprozess einzutauchen, unterstützt die schöpferische Fantasie, die Ausdruckskraft und den Genuss.

Ziel ist, einen Weg zur individuellen künstlerischen Ausdrucksweise und zu eigenständigen Gestaltungsideen zu finden und diese konsequent bildnerisch umzusetzen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Mattias Kopka, Maler, Grafiker, Bildhauer, mehrfacher Kunstpreisträger.

Im Zaubergarten des Schreibens

Schreibwerkstatt

»Wörter! Ich sammle sie in allen Formen und Größen und lege sie im Geiste wie Schmuckstücke an.« (Hortense Calisher)

In diesem Seminar verwenden wir literarische Vorbilder als Inspiration. Sprachspiele eröffnen den Weg zum eigen-sinnigen Schreiben: sinnlich, konkret und fantasievoll. Nonverbale Impulse oder Reizwörter lockern und lösen Schreibblockaden. Ausgewählte handwerkliche Techniken und Stilmittel, wie z.B. ein Wechsel der Erzählperspektive, erleichtern, einen persönlichen sprachlichen Ausdruck zu finden oder ihn zu verfeinern.

Prosaminiaturen, biografische Skizzen, Dialoge oder Lyrikformen können entstehen. Ein Cut-Up mit buntem Papier, Schere und Klebstoff bringt Leichtigkeit und frische Impulse in der Gruppe.

Einfache Meditations- und Atemübungen aus dem Qi Gong führen zu innerer Ruhe und Gelassenheit. Der Mut, vorzulesen und eine achtsame Resonanz zu geben, kann eine bereichernde Erfahrung sein. Für den genauen Blick auf den Text, falls gewünscht, steht ausreichend Zeit zur Verfügung.

Das Zusammenwirken in der Gruppe ermutigt, der innere Zensor schweigt, und in den Vordergrund rückt die Freude daran, etwas geschaffen zu haben.

Senta Bonneval, Schauspielerin, Leiterin von Schreibwerkstätten.

Rhythmus in Bewegung

Let’s move and groove!

Die Rhythmus-Gruppe ›Stomp‹ ist weltberühmt geworden. Ganz schlicht, allein mit Rhythmus, Bewegung und Alltagsgegenständen entwickelt sich ihre Show zu einer furiosen Symbiose aus Musik, Tanz und Theater.

Angelehnt an ›Stomp‹ steht zu Beginn des Seminars die ›Body Percussion‹, eine Klangerzeugung durch Klatschen, Stampfen oder Fingerschnipsen. Der eigene Körper ist das Instrument. Body Percussion in der Gruppe ist pures Rhythmus- und Bewegungsvergnügen und eine Einladung zur schöpferischen Arbeit mit Rhythmus und Musik. Auf einfachen Rhythmen aufgebaut entwickeln sich mehrstimmige und komplexere rhythmische Strukturen. Der ganze Körper wird nach und nach in Bewegung versetzt, kleine Choreografien entstehen. Feste Formen und freie Improvisationen öffnen individuelle Gestaltungsräume. Skurrile Klangwelten des Alltags werden mit Tüten, Flaschen, Eimern oder Bällen kreiert. Es entstehen kleine Percussion-Stücke, die zu ungewöhnlichen Szenen zusammengefügt werden. Es wird getrommelt, geklappert, geknistert und geknallt – let’s move and groove together.

Barbara von Knobelsdorff, Diplom Rhythmikerin.

  • Rhythmus in Bewegung


Seminarleitung:
Hervé Maillet/Christian Höffling/Mattias Kopka/Senta Bonneval/Barbara von Knobelsdorff

Pädagogische Verantwortung:
Kathrin Busch