Räume öffnen, Dialoge ermöglichen
  • Seminarnummer: 70/11/20
  • Von 25. Sep 2020 17:00 bis 27. Sep 2020 14:00
  • Kloster Neuenwalde

Meditation und Neurowissenschaft

Immer noch halten viele Menschen die Meditation für eine nur religiöse Praxis. Tatsächlich ist sie eine psychische Technik, mit der prinzipiell jeder Mensch seinen Geist und die Gesundheit beeinflussen kann. Es sei der Geist, der sich den Körper baue, schrieb Friedrich Schiller einst in seinem Drama ›Wallenstein‹. Zug um Zug erkennt die Meditationsforschung, wie richtig der Dichter (und Arzt) damit lag: Die Seele kann den Leib verändern. Niemand behauptet, man könne Krankheiten gleichsam ›wegmeditieren‹. Inzwischen zeigen jedoch etliche Untersuchungen, dass Meditation zum Beispiel depressive Verstimmungen und chronische Schmerzen lindert, das Immunsystem stärkt sowie das Konzentrationsvermögen und Wohlbefinden fördert.

Erst in den letzten zwei Jahrzehnten sind Hirnforscher und Neurologen Dank neuester wissenschaftlicher Werkzeuge in der Lage, die Wirkung von Meditation auf das menschliche Gehirn nachzuvollziehen. Sie können solide belegen, dass die Wirkungen von Meditation bis in die physische Struktur des Gehirns reichen.

»Die Frage ist eigentlich nicht mehr, ob Meditation einen Effekt hat, sondern welche Meditation welchen Effekt hat, wie groß der ist und wie lange es dauert, bis er sich einstellt«, sagt Tania Singer vom Max-Planck-Institut für kognitive Neurowissenschaften in Leipzig. Im Seminar wird der Dialog zwischen Neurobiologie und Meditation in Theorie und Praxis, in der Lektüre und in meditativen Übungen nachvollzogen.

 

 

 

 

 

 


Seminarleitung:
Masanobu Hirata/Michael Wahl

Masanobu Hirata,
in Japan geboren, lebte zwei Jahre in einem buddhistischen Zenkloster, studierte dann Jura, Pädagogik und Philosophie. Fortsetzung des Studiums in Deutschland, wo er sich intensiv mit dem Christentum auseinandersetzte

Dr. Michael Wahl,
Diplom-Biologe

Pädagogische Verantwortung:
Dr. Jörg-C. Matzen