Räume öffnen, Dialoge ermöglichen

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Oft beginnen Gespräche mit einem neuen Begrüßungsritual: ›Wie es uns denn gehe in dieser schweren Zeit.‹ Die Frage ist bei vielen von Herzen gut gemeint, von mitfühlendem Interesse getragen, aber zunehmend auch in der Erwartung gestellt, die Klage zu teilen und sich der dramatischen Lage gemeinsam zu versichern.

Ich habe Mühe, in den Chor derer einzustimmen, die von schweren Zeiten oder gar von einem ›verlorenen Jahr‹ sprechen. Es hieße, diese Zeit ein zweites Mal aus den Händen zu geben, nachdem das Virus unser Leben schon so maßgeblich verändert hat. Für viele Menschen bringt die Pandemie eine dauernde Anspannung, Existenzangst und Zukunftssorgen mit sich. Es scheint, als habe Corona die Erfahrung der Verwundbarkeit in unser Leben zurückgeholt.

 

Für uns als Institution aber sind Klage, Angst und Mutmüdigkeit keine guten Ratgeber zur Bewältigung der gegenwärtigen und nicht absehbaren Herausforderungen. Um halbwegs souverän handeln zu können, müssen wir verstehen, was mit und um uns herum geschieht, abschätzen, was sich ändern wird und wie wir darauf reagieren können. Wir wollen uns als Akteure des Wandels in den Diskurs einbringen, was nach dem ›New Normal‹ passiert und welche Gestaltungsräume das Virus freigelgt hat. Wir wollen vertieft darüber nachdenken, wie unsere Gesellschaft resilienter werden kann und mit anderen Alternativen zum ›Weiter-so-wie-früher‹ entwickeln …wenn die Umstände es zulassen.

Die Corona-Pandemie hat auch das Ev. Bildungszentrum kräftig durchgeschüttelt. Fast vier Monate war das Haus 2020 für Veranstaltungen geschlossen. Der Schutz der Mitarbeiter/innen und unserer Gäste hatte für uns immer Vorrang; auch in der Zeit, als Seminare hätten durchgeführt werden können. Das wird auch so bleiben. Wir tun alles, um nach dem jeweils aktuellen Erkenntnisstand für einen sicheren Aufenthalt unserer Gäste zu sorgen.

Das vorliegende Programm haben wir in der Hoffnung und Zuversicht geplant, dass die Pandemie 2021 durch Impfung und Zurückhaltung eingedämmt werden kann. Ohne zu wissen, in welchem Umfang Seminare aufgrund eventuell weiter geltender Einschränkungen stattfinden können, haben wir uns bewusst entschieden, den Programmumfang wie in den Vorjahren beizubehalten – und Neuerungen einzuführen:

Mit der neuen Reihe ›Lust auf Zukunft‹ zeigen wir Geschichten des Gelingens. Vorgestellt werden Menschen, die an Lösungen und Innovationen arbeiten, Visionäre und ›Andersmacher‹, die Zukunft neu denken und gestalten (s. Seite 10).

Wo der Hinweis ›@digital-info‹ auftaucht, haben Sie die Möglichkeit, sich rechtzeitig vor Seminarbeginn in einem digitalen Meeting über Inhalte und Methoden zu informieren und die Seminarleitung kennen zu lernen. Mit gleichem Logo wird auf hybride Veranstaltungen hingewiesen. Die Teilnahme ist dann online oder in Präsenz möglich.

Und noch eine Hausmitteilung: Kathrin Busch und Jens Monsees ergänzen das Kollegium im Ev. Bildungszentrum: Die Schauspielerin Kathrin Busch vertritt Renate Büge im Bereich ›Kulturelle Bildung‹. Jens Monsees folgt auf Anja Niehoff als pädagogisch-theologischer Mitarbeiter und Pastor.

Mit dem vorliegenden Programm laden wir Sie herzlich zur Teilnahme an unseren Seminaren, ›Green Meetings‹, Kursen und Tagungen ein und begrüßen Sie gern in unserem Ev. Bildungszentrum, dem Kompetenzzentrum für Lehrer(innen)fortbildung und im Kloster Neuenwalde.

Dr. Jörg Matzen

Leiter des Ev. Bildungszentrums

Bad Bederkesa